Der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Neumünster kommt seit dem frühen Morgen nicht mehr voran. Ein Defekt an der Oberleitung nahe Elmshorn legt den gesamten Zugbetrieb auf dieser wichtigen Pendlerstrecke lahm. Tausende Reisende stehen an Bahnhöfen oder suchen verzweifelt nach Alternativen. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden die Reparaturarbeiten mindestens bis zum Nachmittag dauern.
Die Störung trifft den Berufsverkehr besonders hart. «Ich komme jetzt definitiv zu spät zur Arbeit und mein Chef hat kein Verständnis für sowas», sagt Pendlerin Sabine Müller (42) aus Elmshorn, die ich am Bahnhof treffe. Sie steht nicht allein da – rund 60 Menschen warten auf dem Bahnsteig und schauen immer wieder auf die Anzeigetafel.
Betroffen sind neben dem Regionalverkehr auch einige ICE-Verbindungen. Die Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ein, doch die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus. «Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung des Problems», erklärt Bahnsprecher Thomas Weber. «Die beschädigte Oberleitung muss auf einer Länge von etwa 200 Metern komplett erneuert werden.»
Für Hamburg-Pendler ist es bereits die dritte größere Störung in diesem Monat. Aus meiner langjährigen Berichterstattung weiß ich: Die Infrastruktur auf dieser Strecke gilt als veraltet. Ein Bahntechniker, der anonym bleiben möchte, bestätigt mir vor Ort: «Die Leitungen hier hätten eigentlich schon vor fünf Jahren erneuert werden müssen.»
Fahrgäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt über die DB-App zu informieren. Für die kommenden Tage bleibt die Frage: Wann investiert die Bahn endlich mehr in ihre Infrastruktur? Eine Frage, die sich immer mehr Pendlerinnen und Pendler stellen, während sie heute im Regen auf Ersatzbusse warten.