Die Geflügelpest hat Dresden erreicht. In einer Wildvogeluntersuchung am nordwestlichen Stadtrand wurde das H5N1-Virus nachgewiesen. Das Veterinäramt der Stadt hat umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet. Betroffen sind besonders Halter von Hühnern, Enten oder anderem Geflügel im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort – sie müssen ihre Tiere jetzt in geschlossenen Ställen halten.
«Die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen ist sehr gering», betont Dr. Jens Schmidt vom Dresdner Gesundheitsamt. «Dennoch sollten Spaziergänger tote Wildvögel nicht anfassen und Hunde an der Leine führen.» Innerhalb der vergangenen Woche wurden bereits drei verendete Schwäne am Elbufer gefunden.
Für Privathalter gilt: Geflügel darf nicht mehr im Freien gehalten werden. Futter und Wasser müssen vor Wildvögeln geschützt sein. Wer in seinem Garten Vögel füttert, sollte darauf achten, dass keine Wildvögel direkten Kontakt zu Hausgeflügel haben können.
Auf dem Dresdner Wochenmarkt bleibt die Situation entspannt. «Die Kunden sind informiert, aber nicht beunruhigt», erzählt Marktfrau Sabine Meier. «Die Eier- und Geflügelverkäufe sind stabil.» Das erinnert mich an den letzten Ausbruch 2021 in München – auch dort blieb die Bevölkerung besonnen.
Die Lage wird vom Veterinäramt täglich neu bewertet. Dresden setzt auf schnelle Eindämmung – und auf die Mitarbeit der Bürger. Wer tote Wildvögel findet, sollte dies dem Amt melden. Die Frage bleibt: Haben wir aus früheren Ausbrüchen genug gelernt, um diesem wirksam zu begegnen?