Article – Die Schildergasse in Köln bleibt das, was sie seit Jahren ist: Deutschlands meistbesuchte Einkaufsstraße. Nach neuen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) strömen hier täglich durchschnittlich 15.000 Menschen pro Stunde durch die Fußgängerzone – mehr als in jeder anderen deutschen Einkaufsmeile.
Als ich gestern vor Ort war, konnte ich die Zahlen gut nachvollziehen. Schon mittags schieben sich die Menschenmassen zwischen den Geschäften hindurch, Einkaufstüten in der Hand, Smartphones im Anschlag. «Die Schildergasse ist das Herzstück unserer Innenstadt«, erklärt mir Kölns Wirtschaftsdezernent Victor Kohlisch. «Trotz Online-Handel bleibt das Einkaufserlebnis vor Ort für viele Menschen unverzichtbar.»
Bemerkenswert ist, dass die Schildergasse ihre Spitzenposition behauptet, obwohl der Einzelhandel bundesweit mit Herausforderungen kämpft. Die Corona-Pandemie hatte zeitweise zu einem Besucherrückgang von fast 40 Prozent geführt. «Wir sehen jetzt eine deutliche Erholung», bestätigt Handelsexperte Dr. Martin Weber vom Kölner Institut für Handelsforschung. «Die Menschen suchen wieder das unmittelbare Einkaufserlebnis, das Atmosphärische, das nur eine lebendige Einkaufsstraße bieten kann.»
Während meiner Jahre in Baden-Württemberg habe ich beobachtet, wie selbst traditionsreiche Einkaufsmeilen mit Leerständen kämpften. In Köln hingegen sind nahezu alle Ladenflächen vermietet – wenn auch mit häufigeren Mieterwechseln als früher.
Was bedeutet dieser anhaltende Erfolg für die Zukunft der Innenstadt? Die Stadt Köln plant bereits, das Umfeld noch attraktiver zu gestalten – mit mehr Grün und Aufenthaltsflächen. Vielleicht liegt genau hier das Erfolgsrezept: Die Schildergasse ist mehr als eine Einkaufsstraße – sie ist ein Ort der Begegnung in einer Zeit, in der wir das Miteinander wieder neu schätzen lernen.