Die weißen Flocken tanzen bereits über Hamburg. Seit gestern Abend verwandelt Schneefall die Hansestadt in eine Winterlandschaft, und es wird kritisch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt eindringlich vor einer «Extremlage» mit erheblichen Beeinträchtigungen. Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee werden erwartet – für Hamburg eine außergewöhnliche Menge.
Meteorologen sprechen von einem regelrechten Blizzard, der auf uns zukommt. «Die Kombination aus starkem Schneefall und Wind kann zu gefährlichen Schneeverwehungen führen», erklärt Tobias Reinartz vom DWD. Meine Kollegin aus dem Hamburger Redaktionsbüro berichtete heute Morgen von bereits spiegelglatten Gehwegen und ersten Unfällen auf den Straßen.
Die Hochbahn und der HVV haben ihre Winterdienste verstärkt im Einsatz. Trotzdem müssen sich Pendler auf erhebliche Verzögerungen einstellen. Auf den Autobahnen rund um Hamburg staute es sich bereits am frühen Morgen kilometerweit. Die Polizei meldet seit Mitternacht über 40 witterungsbedingte Unfälle, glücklicherweise bislang ohne Schwerverletzte.
«Wir raten dringend von unnötigen Fahrten ab», betont Polizeisprecher Florian Abbenseth. Die Räumdienste arbeiten auf Hochtouren, kommen aber kaum hinterher. In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich Hamburg selten so lahmgelegt erlebt.
Schulen bleiben heute größtenteils geöffnet, allerdings entscheiden Eltern selbst, ob sie ihre Kinder schicken. Obdachlosenhilfen haben Notunterkünfte eingerichtet. Die Wetterlage soll bis Donnerstag anhalten, dann folgt Tauwetter mit Überflutungsgefahr. Wenn Hamburg eines kann, dann ist es Zusammenhalten bei Wetterextremen. Diese Solidarität wird in den kommenden Tagen besonders gefragt sein.