In Düsseldorf verschärft sich die Wohnungsnot weiter. Gestern stellten CDU und Grüne im Stadtrat ein neues Konzept vor, das 3.000 zusätzliche Wohnungen bis 2026 schaffen soll – davon 30 Prozent im bezahlbaren Segment. Die Durchschnittsmiete in der Landeshauptstadt ist laut aktuellem Mietspiegel auf 12,70 Euro pro Quadratmeter gestiegen, fast doppelt so hoch wie im NRW-Durchschnitt.
«Der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist enorm«, erklärt Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). «Wir müssen jetzt handeln, sonst verlieren wir die Mittelschicht in unserer Stadt.» Das neue Konzept sieht die Nachverdichtung bestehender Quartiere vor, besonders in Stadtteilen wie Bilk und Flingern. Zudem sollen städtische Grundstücke bevorzugt an Genossenschaften und soziale Träger vergeben werden.
Clara Weber von der Mietervereinigung Düsseldorf begrüßt die Pläne grundsätzlich: «Endlich bewegt sich etwas. Aber ob 3.000 Wohnungen ausreichen, ist fraglich.» Die Grünen-Fraktionschefin Norma Kowalski betont die Nachhaltigkeit der geplanten Bauprojekte: «Wir setzen auf Holzbauweise und Dachbegrünung, damit Klimaschutz und Wohnungsbau Hand in Hand gehen.»
Seit Jahren beobachte ich, wie in Düsseldorf immer mehr Menschen aus ihren angestammten Vierteln verdrängt werden. Erst letzte Woche traf ich Familie Öztürk, die nach 20 Jahren ihre Wohnung in Oberbilk verlassen musste – die Miete wurde um 40 Prozent erhöht.
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wird nun mit zusätzlichen 50 Millionen Euro ausgestattet. Ob das reicht? Die Opposition im Rat bezweifelt es. Die Frage bleibt: Können wir es uns leisten, dass in Düsseldorf nur noch die Wohlhabenden ein Zuhause finden?