In den vergangenen Tagen sorgte der plötzliche Wintereinbruch in Hamburg für erhebliche Beeinträchtigungen im Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger. Besonders betroffen: die Müllabfuhr. Durch Schnee und Eis können zahlreiche Nebenstraßen derzeit nicht oder nur eingeschränkt angefahren werden. Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) teilte mit, dass vor allem enge Straßen und Wohngebiete betroffen seien.
In meinen 20 Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass winterliche Verhältnisse den Hamburger Alltag so nachhaltig stören. «Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat höchste Priorität», erklärte SRH-Sprecher Kay Goetze gegenüber lokalen Medien. «Wenn unsere 26-Tonner auf glatten Straßen ins Rutschen kommen, kann das gefährlich werden.» Besonders problematisch sei die Situation in Stadtteilen mit engen Straßen und vielen parkenden Fahrzeugen.
Die Stadtreinigung arbeitet mit Hochdruck daran, den regulären Betrieb wiederherzustellen. Gleichzeitig bittet sie um Verständnis für mögliche Verzögerungen bei der Leerung. Anwohner sollten ihre Tonnen trotzdem bereitstellen – sie werden geleert, sobald die Straßenverhältnisse es zulassen.
Eine ältere Dame aus Wandsbek berichtete mir gestern: «Meine Biotonne steht jetzt schon seit drei Tagen draußen. Aber was soll man machen? Bei dem Wetter muss man Geduld haben.» Hamburger Pragmatismus in Reinform – typisch für unsere Hansestadt, die auch diese winterliche Herausforderung gemeinsam meistern wird. Bleibt zu hoffen, dass der Frühling nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.