Article – Die Kritik an Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner nimmt nach dem großen Stromausfall im Osten der Hauptstadt deutlich zu. Während am Dienstag rund 20.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe stundenlang ohne Elektrizität ausharren mussten, spielte Wegner Tennis. Erst drei Stunden nach Beginn des Blackouts informierte er die Öffentlichkeit – per X-Nachricht vom Handy aus.
«Ein Regierender Bürgermeister sollte in Krisensituationen sofort reagieren und Präsenz zeigen», kritisiert Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh. Der Vorfall erinnert mich an die Silvesternacht 2022/23, als sich die damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey ebenfalls nicht umgehend zu den Krawallen äußerte und später dafür scharf kritisiert wurde.
Besonders brisant: Wegner hatte im Wahlkampf 2023 versprochen, Berlin bei Krisen besser zu führen als seine Vorgängerin. Nun steht er selbst in der Kritik. «Man kann natürlich Tennis spielen, aber dann muss man sein Handy dabeihaben und erreichbar sein», kommentierte ein CDU-Insider, der anonym bleiben möchte.
Der Stromausfall traf besonders ältere Menschen hart. «Ich wohne im 8. Stock und konnte den Fahrstuhl nicht benutzen. Das war beängstigend», berichtet die 76-jährige Renate Schmidt aus Lichtenberg. Vattenfall bestätigte, dass bei Bauarbeiten ein 110-kV-Kabel beschädigt wurde.
Wegners Sprecher verteidigt den Bürgermeister: «Er wurde umgehend informiert und hat die notwendigen Schritte eingeleitet.» Doch diese Erklärung beruhigt die Gemüter in der Hauptstadt kaum. Der Vorfall zeigt: In einer Millionenmetropole muss die Krisenkommunikation schneller und direkter funktionieren – besonders wenn der Strom ausfällt und viele Menschen verunsichert sind.