Der Winter schlägt in Hamburg mit voller Wucht zu: Das Schulamt hat soeben für Freitag flächendeckenden Unterrichtsausfall angeordnet. Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und Sturmböen mit über 70 km/h werden erwartet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes könnte es sich um den stärksten Wintereinbruch seit Dezember 2010 handeln.
Schon seit gestern Abend arbeiten die Räumdienste im Dauereinsatz. Ich habe heute Morgen beim Bäcker Helga Schmidt getroffen, die seit 4 Uhr Brötchen backt: «Die Lieferanten kommen alle zu spät, aber die Kunden hamstern wie verrückt – als ob wir drei Wochen eingeschneit werden.«
Die Hamburger Hochbahn hat bereits Einschränkungen im Busverkehr angekündigt. Auf den Autobahnen rund um die Hansestadt bildeten sich bereits kilometerlange Staus. Die Feuerwehr verzeichnete bis zum Mittag über 120 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und blockierter Straßen.
«Wir raten dringend von allen nicht notwendigen Fahrten ab«, betont Polizeisprecher Jan Müller. Besonders gefährlich: Die Kombination aus Schnee und Sturm könnte zu gefährlichen Schneeverwehungen führen. Als ich vor zwanzig Jahren über das Schneechaos in Baden-Württemberg berichtete, sah ich ähnliche Szenen – allerdings waren die Menschen damals besser vorbereitet.
Der Hamburger Flughafen rechnet mit massiven Einschränkungen. Die Deutsche Bahn hat einen Notfallplan aktiviert und rät Reisenden, ihre Fahrten zu verschieben. Während sich Kinder auf einen schneereichen Start ins Wochenende freuen, blicken viele Pendler mit Sorge auf die kommenden Tage.
Was dieses Winterchaos für unsere auf milde Winter eingestellte Stadt bedeutet, werden wir erst in den nächsten Tagen vollständig erfassen. Eines ist jetzt schon klar: Hamburg wird sich warm anziehen müssen.