Der anhaltende Wintereinbruch in Hamburg hat nun auch Auswirkungen auf das Kulturleben der Stadt. Die Elbphilharmonie musste gestern Abend kurzfristig mehrere Konzerte absagen, nachdem zahlreiche Musikerinnen und Musiker es nicht rechtzeitig zum Veranstaltungsort geschafft hatten. Die Busse und Bahnen kamen im dichten Schneetreiben kaum voran, und viele Straßen waren kaum passierbar.
Bei meinem morgendlichen Spaziergang an der Elbe konnte ich selbst sehen, wie die sonst so geschäftige Hafencity in eine fast unwirkliche Winterlandschaft verwandelt wurde. «Wir mussten schweren Herzens das Konzert des London Symphony Orchestra absagen», erklärt Christoph Lieben-Seutter, Intendant der Elbphilharmonie. «Mehr als die Hälfte der Musiker steckte im Verkehrschaos fest.»
Die Konzertbesucher, die sich trotz der widrigen Bedingungen auf den Weg gemacht hatten, wurden vor Ort informiert. Einige nahmen es mit Humor. «Typisch Hamburg – erst bauen wir jahrelang an der Elbphilharmonie, und dann kommt der Schnee und legt alles lahm», schmunzelte ein älterer Herr, während er seinen Mantel enger zog.
Die Veranstaltungen werden nach Möglichkeit nachgeholt, versichert die Pressestelle. Ticketinhaber können sich über Rückerstattungen auf der Website der Elbphilharmonie informieren oder ihre Karten für Ersatztermine verwenden. Das Wetter soll sich laut Meteorologen erst am Wochenende bessern.
Was dieser Wintereinbruch für Hamburg bedeutet? Vielleicht ein Innehalten im sonst so durchgetakteten Kulturkalender der Stadt. Und die Erinnerung daran, dass manchmal selbst die ambitioniertesten Pläne der Natur weichen müssen.