Die Glättesituation in Hamburg hat sich heute früh weiter verschärft. Nach dem plötzlichen Wintereinbruch mit bis zu 25 Zentimetern Neuschnee stehen viele Hamburgerinnen und Hamburger vor ungeräumten Straßen und Gehwegen. Die Stadtreinigung Hamburg kämpft seit Mitternacht gegen die Schneemassen, doch der anhaltende Schneefall und Temperaturen um -5 Grad machen die Räumarbeiten zur Herkulesaufgabe.
«Es ist ein außergewöhnliches Wetterereignis, das wir so seit 15 Jahren nicht erlebt haben», erklärt Thomas Meier, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg. Mit 450 Mitarbeitern und 350 Fahrzeugen sei man im Dauereinsatz, priorisiere aber Hauptverkehrsadern und ÖPNV-Strecken. Für Nebenstraßen und viele Gehwege fehlt schlicht die Kapazität.
In meinen fast 20 Jahren als Reporterin habe ich selten eine so angespannte Lage erlebt. Am Hauptbahnhof stapfen Menschen durch ungeräumte Wege, Busse fallen aus, die U-Bahnen fahren nur eingeschränkt. Besonders problematisch: Viele Hauseigentümer kommen ihrer Räumpflicht nicht nach.
Verkehrssenatorin Julia Schmidt appelliert an die Bürger: «Wer nicht raus muss, sollte heute zu Hause bleiben.» Die Situation werde sich laut Wetterprognosen erst am Samstag entspannen. Hamburg erlebt gerade eindrucksvoll, wie verwundbar unsere durchgetaktete Stadt bei Extremwetterereignissen ist. Vielleicht ein Weckruf für künftige Winterdienst-Planungen.