Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen hochrangigen BMW-Manager wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch. Der 55-jährige Mann aus dem oberen Führungskreis des Automobilkonzerns wurde bereits vor einigen Wochen verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Fall auf Anfrage. Vorgeworfen werden dem Manager mehrere Taten im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch. Auch der Verdacht auf Verbreitung von Kinderpornografie steht im Raum. BMW hat auf die Vorwürfe reagiert und den Manager mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Als ich vor Jahren in München über Wirtschaftskriminalität berichtete, waren es selten solche Fälle, die die Konzernzentralen erschütterten. Doch dieser Fall zeigt, dass kriminelles Verhalten keine Frage der Hierarchieebene ist.
«Es handelt sich um schwerwiegende Vorwürfe, die wir sehr ernst nehmen», erklärte ein Sprecher des Autobauers gegenüber regionalen Medien. Das Unternehmen kooperiere vollumfänglich mit den Behörden.
Der Tatverdächtige galt als Hoffnungsträger im Konzern und sollte nach Informationen aus Unternehmenskreisen bald in den erweiterten Vorstandskreis aufsteigen. Seine Karriere bei BMW erstreckte sich über mehr als zwei Jahrzehnte.
Die Ermittlungen dauern an. Derzeit sichten die Behörden umfangreiches Beweismaterial. Es gilt die Unschuldsvermutung. Doch der Fall wirft erneut die Frage auf, wie wirksam Unternehmen ihre Führungskräfte überprüfen können – und wo die Grenzen solcher Kontrollen in einer freien Gesellschaft liegen müssen.