Die Zugstrecke zwischen München und Kufstein ist seit Mittwochabend unterbrochen. Ein Güterzug entgleiste bei Rosenheim, wobei mehrere Waggons aus den Gleisen sprangen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, doch die Auswirkungen für Reisende sind erheblich. Etwa 25.000 Pendler und Urlauber sind täglich auf dieser wichtigen Verbindung nach Österreich und Italien unterwegs.
Der Unfall ereignete sich gegen 19:30 Uhr im Bereich des Rosenheimer Bahnhofs. «Wir arbeiten mit Hochdruck an der Bergung der entgleisten Waggons und der anschließenden Reparatur der beschädigten Gleisanlagen», erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Aufräumarbeiten gestalten sich komplizierter als zunächst angenommen. Schweres Bergungsgerät musste herangeschafft werden, um die tonnenschweren Waggons wieder auf die Schienen zu heben.
Besonders hart trifft es Berufspendler aus dem Inntal. Marianne Weber aus Brannenburg erzählte mir am Bahnsteig: «Ich fahre seit 15 Jahren täglich nach München zur Arbeit. Jetzt brauche ich mit dem Ersatzbus fast doppelt so lange.»
Die Bahn hat einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Für Fernreisende gibt es Umleitungen über Mühldorf und Salzburg, die jedoch bis zu 90 Minuten Verspätung verursachen. In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass eine so wichtige Trasse so plötzlich ausfällt.
Die Reparaturarbeiten werden nach aktuellen Schätzungen noch mindestens bis Samstag andauern. Für die kommenden Tage empfiehlt die Bahn, alternative Reisemöglichkeiten zu prüfen oder mehr Zeit einzuplanen. Diese Störung zeigt einmal mehr die Anfälligkeit unserer Verkehrsinfrastruktur – ein Problem, das angesichts steigender Fahrgastzahlen dringend Lösungen braucht.