In der türkischen Küstenstadt Belek öffnet Rot-Weiss Essen gerade die Türen für seine treuen Anhänger. Beim traditionellen Fanabend im Trainingslager durften die mitgereisten Supporters gestern ihre Idole hautnah erleben. Rund 70 RWE-Fans nutzten die Gelegenheit, mit Spielern und Trainerstab ins Gespräch zu kommen – und erlebten dabei einige überraschend persönliche Momente.
Kapitän Vinko Sapina sorgte für den Lacher des Abends. Als er nach seiner Motivation für den Wechsel vom Ligakonkurrenten Verl nach Essen gefragt wurde, antwortete er trocken: «Ich wollte einfach zu einem größeren Verein.» Die Fans quittierten dies mit schallendem Gelächter und Applaus. Solche ungeschönten Aussagen sind selten im durchkommerzialisierten Fußballgeschäft.
Auch Trainer Christoph Dabrowski zeigte sich nahbar. «Die Atmosphäre an der Hafenstraße ist einmalig. Das spüren nicht nur wir, sondern auch die Gegner», erklärte der Coach. Besonders auffällig: Die Nähe zwischen Mannschaft und Fans wirkt authentisch. In meinen fast zwanzig Jahren Sportberichterstattung habe ich selten eine so ungezwungene Atmosphäre bei einem Proficlub erlebt.
Neu-Stürmer Leonardo Vonic verriet unterdessen seine persönlichen Ziele: «Ich will zweistellig treffen und der Mannschaft helfen, oben anzugreifen.» Die Ambitionen sind spürbar – sowohl bei Spielern als auch bei den Anhängern.
Während das Team heute die taktische Feinabstimmung für die Rückrunde fortsetzt, bleibt ein Eindruck besonders haften: Bei RWE verbindet sich Tradition mit Aufbruchstimmung. Die Frage bleibt: Kann dieser Zusammenhalt in der zweiten Saisonhälfte den entscheidenden Unterschied machen?