Die Gesichter auf dem Podium sprachen Bände. Nach dem intensiven 3:3 zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund mischten sich bei Dino Toppmöller und Nuri Şahin Stolz und Frust in gleichem Maße. «Ein wildes Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte», seufzte Toppmöller in den Presseraum, während er nervös mit seinem Wasserglas spielte.
Die Emotionsachterbahn des Spiels setzte sich in der Pressekonferenz nahtlos fort. Besonders Omar Marmoush, der Mann des Spiels mit seinem Dreierpack, stand im Mittelpunkt der Fragen. «Omar hat heute wieder gezeigt, welche Qualität in ihm steckt», lobte Toppmöller. «Seine Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ergebnis harter Arbeit.» Beim BVB haderte Şahin hingegen mit der Defensivleistung: «Drei Gegentore sind einfach zu viel. Da müssen wir ehrlich zu uns selbst sein.»
Interessant war der kurze Moment, als beide Trainer über die Schiedsrichterleistung befragt wurden. Während Toppmöller diplomatisch blieb, ließ Şahin durchblicken, dass er mit einigen Entscheidungen haderte, ohne konkret zu werden. «Es gibt Tage, da läuft es anders, als man es sich vorstellt», meinte der BVB-Coach kryptisch. Die Statistik sprach mit 19:15 Torschüssen für Frankfurt eine deutliche Sprache.
Der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche, der sich kurz dazugesellte, zeigte sich mit dem Punktgewinn zufrieden: «Nach dem 1:3 nochmal so zurückzukommen, zeigt den Charakter unserer Mannschaft.» Die Eintracht bleibt damit im oberen Tabellendrittel, während Dortmund den Anschluss an die Spitzengruppe halten konnte. Was dieses Spektakel für den weiteren Saisonverlauf bedeutet? Da waren sich beide Trainer ausnahmsweise einig: «In dieser Bundesliga-Saison ist noch alles möglich.»