Die Folgen des Sturms «Elli» sind noch immer auf den Schienen Norddeutschlands zu spüren. Die Bahn kämpft seit gestern mit massiven Störungen. In Hamburg strandeten Hunderte Reisende, die Bahnhofshallen verwandelten sich in improvisierte Wartesäle. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind derzeit vor allem die Strecken Hamburg-Berlin und Hamburg-Hannover stark beeinträchtigt.
Umgestürzte Bäume und beschädigte Oberleitungen blockieren wichtige Verbindungen. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Betrieb wieder vollständig aufzunehmen», erklärt Bahnsprecherin Sabine Krüger. Die Reparaturtrupps seien rund um die Uhr im Einsatz. Viele Passagiere müssen dennoch mit Verspätungen von bis zu drei Stunden rechnen.
In der Wartehalle des Hamburger Hauptbahnhofs erlebe ich eine bemerkenswerte Stimmung zwischen Frust und Solidarität. Familien teilen ihre Snacks, Fremde informieren sich gegenseitig über die neuesten Durchsagen. Eine ältere Dame aus Lüneburg sagt mir: «Das ist jetzt schon der dritte Sturm in diesem Winter, der den Verkehr lahmlegt. Man fragt sich schon, ob das der neue Normalzustand wird.»
Meteorologen sehen einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. «Die Häufung extremer Wetterereignisse ist ein Warnsignal», bestätigt der Klimaforscher Dr. Martin Weiss vom Hamburger Institut für Wetterkunde. In Baden-Württemberg, wo ich früher berichtete, zeigen sich ähnliche Muster.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, ihre Fahrten wenn möglich zu verschieben. Wer kann, sollte auf regionale Verbindungen ausweichen. Die vollständige Wiederherstellung des Fernverkehrs wird frühestens morgen erwartet – vorausgesetzt, der Wind lässt nach. Die Frage bleibt: Wie machen wir unsere Infrastruktur wetterfester für die Stürme, die noch kommen werden?