Die Berliner Jugend soll im Politikgeschehen mehr Mitsprache erhalten. In der Hauptstadt fordert die Linke-Fraktion die Einrichtung eines Landesjugendparlaments, das Jugendlichen eine Stimme in politischen Entscheidungsprozessen geben soll. Der Vorschlag könnte die demokratische Beteiligung junger Menschen grundlegend verändern.
Bei meinen Recherchen in Berlin fällt mir immer wieder auf: Jugendliche haben Ideen zur Stadtgestaltung, aber kaum Möglichkeiten, diese einzubringen. Die Linke will das ändern und hat einen entsprechenden Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Dieser sieht vor, ein Landesjugendparlament als «dauerhafte Beteiligungsstruktur» zu etablieren.
«Wir brauchen Formate, die Jugendliche dort abholen, wo sie sind», erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Maja Lasić. Das geplante Parlament soll jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren offenstehen und ihnen ermöglichen, eigene Anträge ins Abgeordnetenhaus einzubringen.
Besonders bemerkenswert: Die gewählten Mitglieder des Jugendparlaments könnten künftig Anhörungsrechte in den regulären Ausschüssen des Berliner Abgeordnetenhauses erhalten. Ein ähnliches Modell läuft bereits in Brandenburg, wo Jugendliche seit 2022 ein eigenes Landesparlament haben.
Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der das Vertrauen junger Menschen in politische Prozesse schwindet. Wird Berlin dem brandenburgischen Beispiel folgen? Die Entscheidung liegt nun beim Abgeordnetenhaus – und könnte ein Signal für andere Bundesländer setzen.