Die Debatte um den Kantinenzugang im Düsseldorfer Landtag nimmt zu. Für tausende Mitarbeiter von Fraktionen, Verwaltung und zahlreiche Journalisten ist die Kantine ein wichtiger Treffpunkt. Doch ausgerechnet diesen Gruppen droht nun der Ausschluss. Der Landtagspräsident plant, künftig nur noch gewählten Abgeordneten und deren persönlichen Mitarbeitern den Zutritt zu erlauben. Laut internen Quellen sollen täglich bis zu 1.100 Mahlzeiten ausgegeben werden.
Der Hintergrund dieser drastischen Maßnahme: Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Vor allem in der Mittagszeit bilden sich lange Schlangen, und oft sind beliebte Gerichte bereits ausverkauft. Ein Landtagsmitarbeiter, der anonym bleiben möchte, berichtet: «Manchmal stehe ich 25 Minuten an und bekomme dann nur noch einen Salat.»
Die Landtagsverwaltung argumentiert mit räumlichen Einschränkungen und der Notwendigkeit, primär die gewählten Volksvertreter zu versorgen. SPD-Fraktionschef Jochen Ott kritisiert den Plan scharf: «Der Landtag lebt vom Austausch. Die Kantine ist ein wichtiger Ort der Begegnung zwischen Politik, Verwaltung und Presse.»
Als Journalistin kenne ich diese Situation aus vielen Parlamenten. Die Kantine ist mehr als ein Ort zum Essen – hier werden informelle Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und manchmal sogar politische Kompromisse gefunden.
Besonders betroffen wären Journalisten, die über die Landespolitik berichten. Der Deutsche Journalistenverband NRW warnt, der Ausschluss würde die Pressefreiheit einschränken und die politische Berichterstattung erschweren.
Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Alternativvorschläge wie gestaffelte Essenszeiten oder eine Erweiterung der Kapazitäten werden diskutiert. Die Frage, wer im Landtag zu Mittag essen darf, ist in Düsseldorf längst zu einer politischen Grundsatzfrage geworden – eine, die das Verständnis von Transparenz und Zugänglichkeit demokratischer Institutionen berührt.