In Dresden sorgt eine herzliche Initiative für großen Zuspruch: Die Gastwirtin Sabine Weber vom Landhaus Lockwitz bietet seit dieser Woche kostenlose Mittagessen für Kinder und Jugendliche an. «Kein Kind sollte mit knurrendem Magen durch den Tag gehen müssen», sagt die 54-jährige Wirtin, die selbst als Alleinerziehende weiß, wie schwer der Spagat zwischen Arbeit und Familie sein kann.
Täglich zwischen 11 und 14 Uhr können Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre eine warme Mahlzeit erhalten – ohne Fragen, ohne Bedingungen. «Es geht nicht um Bedürftigkeit», betont Weber. «Jedes Kind ist willkommen.» Die Resonanz überraschte selbst die erfahrene Gastronomin: Am ersten Tag kamen bereits 17 junge Gäste, mittlerweile sind es täglich über 30.
In meinen zwanzig Jahren als Reporterin habe ich viele soziale Projekte begleitet, aber selten eine Initiative mit so unmittelbarer Wirkung gesehen. Bei meinem Besuch im Landhaus beobachtete ich, wie ein schüchterner Junge nach dem Essen leise «Danke» flüsterte und dabei strahlte.
Die Finanzierung stemmt Weber bisher überwiegend allein, doch die Unterstützung wächst. Lokale Unternehmen spenden Lebensmittel, Anwohner bringen Gemüse aus eigenen Gärten. Ein Bäcker liefert täglich frische Brötchen. «Die Gemeinschaft wächst mit dieser Aufgabe», sagt Sabine Weber.
Während die Politik über Kindergrundsicherung debattiert, zeigen Initiativen wie diese in Dresden, wie direktes Handeln aussehen kann. Was als einzelne Idee einer Gastwirtin begann, könnte bald Nachahmer in anderen Stadtteilen finden. Manchmal braucht es eben nur einen ersten Schritt.