Ein Brand im Hamburger Stadtteil Othmarschen hat gestern Abend einen größeren Stromausfall verursacht. Mehr als 1.000 Haushalte saßen plötzlich im Dunkeln, als gegen 22 Uhr ein Feuer in einer Verteileranlage ausbrach. Besonders betroffen war eine Wohnunterkunft für Geflüchtete, in der rund 300 Menschen leben. Die Temperaturen sanken in den betroffenen Gebäuden rasch ab.
Als ich am späten Abend vor Ort eintraf, standen zahlreiche Bewohner trotz der Kälte auf der Straße. «Wir waren mitten beim Abendessen, als plötzlich alles dunkel wurde«, erzählte mir Fatima S., die mit ihren drei Kindern in der Unterkunft lebt. Die Feuerwehr Hamburg rückte mit einem Großaufgebot an und brachte den Brand nach etwa einer Stunde unter Kontrolle.
Die Stadtwerke waren die ganze Nacht im Einsatz. «Solche Schäden an Verteilerkästen sind komplex in der Reparatur«, erklärte Einsatzleiter Thomas Müller. Ein Notfallteam der Sozialbehörde verteilte Decken und heiße Getränke an die frierenden Menschen.
Besonders die älteren Bewohner der umliegenden Straßen bereitete der Ausfall Sorgen. «Meine Heizung läuft elektrisch, und bei den aktuellen Temperaturen wird es schnell ungemütlich«, sagte der 76-jährige Anwohner Dieter Schmitt.
Erst gegen 6 Uhr heute Morgen konnte die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt werden. Die genaue Brandursache wird noch untersucht. Experten vermuten einen technischen Defekt. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist – und wie wichtig funktionierende Notfallpläne für solche Situationen sind.