In Hamburgs Straßen kämpfen Pendler und Schneeräumdienste seit Tagen mit Eisglätte und Frost. Die Temperaturen steigen endlich wieder über den Gefrierpunkt, doch die Folgen der Kälteperiode bleiben spürbar. Besonders im öffentlichen Nahverkehr sorgt die Wetterlage für Probleme – mehrere Straßenbahnlinien fielen gestern komplett aus, heute fahren sie nur eingeschränkt.
Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor Glättegefahr. «Die Kombination aus auftauendem Eis und leichtem Nieselregen macht die Situation besonders tückisch», erklärt Meteorologin Sabine Krüger. Auf den Gehwegen bilden sich spiegelglatte Flächen, die Unfallgefahr steigt erheblich. Die Stadtreinigung Hamburg setzt seit 4 Uhr morgens über 840 Mitarbeiter ein, um kritische Stellen zu streuen.
Mitten im Verkehrschaos ereignete sich gestern Abend jedoch eine kleine Sensation: In einem im Schnee steckengebliebenen Taxi brachte eine 34-jährige Hamburgerin ihr Kind zur Welt. «Die Geburt verlief problemlos, Mutter und Kind sind wohlauf», berichtet Notärztin Dr. Jansen, die kurz nach der Geburt eintraf. Der Taxifahrer Mohamed Al-Sharif bleibt bescheiden: «Ich habe nur geholfen, so gut ich konnte. Die Mutter war unglaublich tapfer.»
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, wie Extremsituationen Menschen so zusammenbringen. Während einige über Verspätungen schimpfen, bilden sich an vielen Ecken spontane Nachbarschaftshilfen, um älteren Menschen über glatte Stellen zu helfen.
Die Wetterlage soll sich in den kommenden Tagen normalisieren. Experten raten dennoch zur Vorsicht im Straßenverkehr. Der Winter hat Hamburg zwar im Griff, aber wie diese besondere Geburt zeigt, bringt manchmal gerade das Chaos neues Leben in die Stadt.