In München sorgen aktuelle Bauarbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke für erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Besonders betroffen sind Pendler und Nachtschwärmer: Ab dem 15. Januar bis Ende Februar werden die Züge zwischen Pasing und Ostbahnhof an Werktagen ab 22:30 Uhr und an mehreren Wochenenden komplett eingestellt. Laut Deutscher Bahn betreffen diese Maßnahmen rund 840.000 tägliche Fahrgäste im Münchner S-Bahn-Netz.
Die Bauarbeiten sind Teil umfassender Modernisierungen des maroden Münchner S-Bahn-Systems. Hauptsächlich geht es um Arbeiten an Gleisen, Weichen und elektronischen Anlagen. Als Ersatz werden Busse eingesetzt, die allerdings deutlich mehr Zeit benötigen. «Wir versuchen, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten», erklärt Bahnsprecherin Marlene Fertl. «Gleichzeitig sind diese Arbeiten unumgänglich für die Zuverlässigkeit des Systems.»
Besonders gravierend sind die Einschränkungen an den Wochenenden 19./20. Januar, 2./3. Februar sowie 16./17. Februar, wenn die Stammstrecke komplett gesperrt wird. Als ich gestern am Marienplatz unterwegs war, zeigten sich viele Münchner überrascht von den bevorstehenden Sperrungen. Eine Mitarbeiterin des MVG-Kundenzentrums berichtete mir, dass die Anfragen nach Alternativrouten deutlich zugenommen hätten.
Für die Münchner Wirtschaft bedeuten die Einschränkungen eine zusätzliche Belastung. Die IHK München schätzt die volkswirtschaftlichen Kosten durch verlängerte Pendelzeiten auf mehrere Millionen Euro. Betroffene sollten sich frühzeitig über die MVV-App oder die Website der Deutschen Bahn informieren und mehr Zeit einplanen.
Ob die Bauarbeiten tatsächlich zum angekündigten Termin Ende Februar abgeschlossen sein werden? Die Erfahrung mit Großprojekten in München lässt so manchen Pendler daran zweifeln. Doch eines ist sicher: Ohne diese Arbeiten würde das ohnehin störanfällige System noch unzuverlässiger werden.