Die Situation am Berliner U-Bahnhof Nollendorfplatz eskalierte gestern Abend dramatisch. Gegen 22 Uhr mussten BVG-Mitarbeiter den Bahnhof vollständig sperren, nachdem sich dort Hunderte Menschen auf überfüllten Bahnsteigen drängten. Auslöser waren massive Zugausfälle der Linien U1, U2, U3 und U4, die alle diesen zentralen Knotenpunkt ansteuern.
Eine Sprecherin der BVG bestätigte mir heute Morgen: «Aus Sicherheitsgründen musste der Bahnhof zeitweise komplett geschlossen werden.» Was mich besonders erschreckte: Die Fahrgäste erhielten kaum Informationen, warum plötzlich keine Züge mehr kamen. Viele standen ratlos in der Sommerhitze – die Stimmung wurde zunehmend gereizt.
Auf meinem Weg durch Schöneberg berichteten mir mehrere Anwohner von chaotischen Szenen. «Ich wollte nur nach Hause und stand plötzlich vor verschlossenen Türen», erzählte mir Hannah F. (34), die schließlich einen teuren Taxiservice buchen musste.
Die BVG spricht von «technischen Störungen» als Hauptgrund für die Zugausfälle. Ein Insider aus dem Unternehmen verriet mir jedoch: «Das Problem ist seit Wochen bekannt. Die alternde Infrastruktur kann den steigenden Fahrgastzahlen kaum noch standhalten.» Die Fahrgastverbände fordern nun Aufklärung und besseres Störungsmanagement.
Was mir in meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung immer wieder auffällt: Die öffentliche Daseinsvorsorge wird in Berlin oft auf Verschleiß gefahren. Gerade jetzt, wo unsere Stadt im Sommer mit Touristenmassen und vollen Veranstaltungskalendern zu kämpfen hat, zeigt sich, wie dünn das Eis ist, auf dem wir stehen.
Die BVG kündigte an, die Situation zu analysieren. Doch für die frustrierten Fahrgäste vom Nollendorfplatz ist das ein schwacher Trost. Bleibt die Frage: Wie lange noch müssen Berliner im ÖPNV improvisieren, statt verlässlich ans Ziel zu kommen?