Der Streit um Mietrückstände eskalierte am Donnerstagabend in Trudering dramatisch. Ein 53-jähriger Vermieter bedrohte seinen Mieter mit einer Schusswaffe, nachdem dieser seit Monaten mit den Zahlungen im Rückstand war. Die Polizei musste mit einem Großaufgebot einschreiten.
Was mich besonders betroffen macht: Mietkonflikte nehmen in München seit der Pandemie spürbar zu. Nach Angaben des Mietervereins haben sich die Beratungen zu eskalierenden Mietstreitigkeiten im Vergleich zu 2019 fast verdoppelt.
«Die Kombination aus Wohnungsknappheit und finanziellen Engpässen führt zunehmend zu verzweifelten Situationen», erklärt Monika Weber vom Münchner Mieterverband. Bezahlbarer Wohnraum bleibt in der bayerischen Landeshauptstadt Mangelware.
Der Vorfall in Trudering endete glücklicherweise ohne Verletzte. Ein Nachbar alarmierte die Polizei, die den aufgebrachten Vermieter überwältigen konnte. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten eine scharfe Pistole, für die der Mann keine Erlaubnis besaß.
Als ich vor drei Jahren für eine Reportage zum Thema Wohnungsnot in München-Ramersdorf unterwegs war, erzählten mir viele Menschen von ihrer Angst vor Kündigung. Dass Konflikte nun zunehmend mit Gewalt ausgetragen werden, ist eine beunruhigende Entwicklung.
Der Vermieter muss sich nun wegen Bedrohung und illegalen Waffenbesitzes verantworten. Doch der Fall wirft ein Schlaglicht auf die angespannte Situation am Münchner Wohnungsmarkt. Wohin entwickelt sich eine Stadt, in der Menschen bei Mietstreitigkeiten zur Waffe greifen?