Die Hauptstadt erstarrt im Eismantel. Seit den frühen Morgenstunden kämpfen Berlin und Brandenburg mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch Eisregen und Glatteis. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor «markanter Glätte» – eine Formulierung, die ich in meiner langjährigen Berichterstattung selten gehört habe. Auf Straßen, Gehwegen und Radwegen hat sich eine gefährliche Eisschicht gebildet.
Am Flughafen BER wurden zahlreiche Flüge gestrichen oder verspäten sich erheblich. Die Berliner Verkehrsbetriebe melden massive Einschränkungen im Bus- und Straßenbahnverkehr. «Wir können momentan keine verlässlichen Prognosen abgeben, wann der Betrieb wieder normal läuft», erklärt ein BVG-Sprecher. Die S-Bahn Berlin teilte mit, dass es auf mehreren Linien zu Ausfällen und Verspätungen kommt.
In meinen Gesprächen mit Pendlern am Ostkreuz heute früh wurde deutlich, wie unvorbereitet viele von der Situation überrascht wurden. «Ich brauchte eineinhalb Stunden für eine Strecke, die normalerweise 20 Minuten dauert», berichtet eine Erzieherin aus Lichtenberg.
Die Berliner Stadtreinigung ist mit über 100 Fahrzeugen im Dauereinsatz. Besonders tückisch: Unter der Eisschicht verbergen sich oft zusätzliche Gefahrenstellen. Die Feuerwehr meldet bereits über 200 wetterbedingte Einsätze, vorwiegend wegen gestürzter Personen und kleinerer Unfälle.
Meteorologen erwarten, dass die Glätte noch bis zum Nachmittag anhält, bevor steigende Temperaturen für Entspannung sorgen könnten. Berlins Verkehrssenatorin rät: «Bleiben Sie heute zu Hause, wenn es möglich ist.»
Man merkt: Hamburg mag sturmgeprüft sein, aber wenn Berlin einfriert, steht die Stadt still. Die kommenden Stunden werden zeigen, wie schnell sich die Lage normalisieren kann – oder ob der Winter uns noch mehr Überraschungen bietet.