Der Dezembermorgen in Dresden begann heute mit einer heimtückischen Gefahr: Glatteis überzieht seit den frühen Morgenstunden Straßen und Gehwege. Rund 430 Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes sind seit 4 Uhr morgens im Einsatz, um die Hauptverkehrsadern freizuhalten. Das Thermometer zeigt minus zwei Grad – perfekte Bedingungen für die gefährliche Eisschicht.
«So früh im Winter hatten wir selten einen Volleinsatz dieser Größenordnung», sagt Thomas Bergmann, Leiter des Dresdner Winterdienstes. Mit 94 Fahrzeugen und Tonnen von Streusalz kämpfen die Teams gegen die Glätte. Vorrang haben dabei die Hauptverkehrsstraßen und Buslinien, die zuerst geräumt werden. Auf Nebenstraßen müssen Autofahrer und Fußgänger weiterhin besonders vorsichtig sein.
Die Eisglätte kam nicht überraschend. Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits gestern Abend eine amtliche Warnung herausgegeben. Trotzdem verzeichnete die Dresdner Polizei bis zum Mittag bereits 17 Unfälle mit Blechschäden – zum Glück ohne Schwerverletzte.
Auf dem Weg ins Büro habe ich heute Morgen beobachtet, wie zwei ältere Damen sich gegenseitig stützend über die vereiste Prager Straße balancierten – ein Bild, das die Herausforderungen dieses Wintereinbruchs verdeutlicht. «Ich traue mich kaum vor die Tür», gesteht die 79-jährige Anwohnerin Helga Schubert. «Die Gehwege sind wie Rutschbahnen.»
Für die kommenden Tage erwarten Meteorologen weitere Minustemperaturen und leichten Schneefall in der sächsischen Landeshauptstadt. Hauseigentümer sind laut Stadtverordnung verpflichtet, Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen und zu streuen. Wer diesem nicht nachkommt, riskiert Bußgelder.
Die glatte Situation ist ein erster Härtetest für den Winterdienst, der bis März in Bereitschaft bleibt. «Was uns heute herausfordert, ist nur der Anfang», meint Bergmann. «Der Winter hat gerade erst begonnen.» Ein Gedanke, der viele Dresdner frösteln lässt – nicht nur wegen der Temperaturen.