Der Wintereinbruch in Berlin und Brandenburg hält Rettungskräfte und Anwohner weiter in Atem. Seit Mittwochabend verzeichneten allein die Berliner Feuerwehren über 200 Einsätze aufgrund von Glatteisunfällen. Besonders betroffen: ältere Menschen und Radfahrer. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser melden einen Anstieg von Knochenbrüchen um fast 70 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
«Die Kombination aus Temperaturen um den Gefrierpunkt und Niederschlag sorgt für eine heimtückische Glättesituation», erklärt Meteorologe Thomas Richter vom Deutschen Wetterdienst. Auf den Gehwegen bildet sich eine fast unsichtbare Eisschicht, die besonders gefährlich ist. Die Berliner Stadtreinigung ist seit Tagen im Dauereinsatz, kommt aber kaum hinterher.
Was mich bei meinen Recherchen in Prenzlauer Berg besonders beeindruckt hat: Die Nachbarschaftshilfe funktioniert. Hausgemeinschaften organisieren sich spontan, um Gehwege zu streuen und älteren Nachbarn beim Einkauf zu helfen. «Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet und helfen uns gegenseitig», erzählt Rentnerin Gerda Schulz.
Auch die Verkehrsbetriebe reagieren: Die BVG hat auf 18 Buslinien den Takt erhöht, um die überfüllten Straßenbahnen zu entlasten. Trotzdem kommt es zu erheblichen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr.
Die angespannte Wetterlage wird uns laut Vorhersagen noch mindestens bis zum Wochenende begleiten. Für Pendler und Schulkinder bleibt Vorsicht geboten. Wie ein altgedienter Feuerwehrmann mir gestern sagte: «Bei Glatteis ist langsam immer noch zu schnell.» Ein Rat, den wir alle beherzigen sollten.