In der Nacht zum Samstag hat ein verheerender Brand in Hamburg-Jenfeld eine Industriehalle fast vollständig zerstört. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen, die gegen 1:30 Uhr aus bisher ungeklärten Gründen ausbrachen. Erste Schätzungen gehen von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, da sich zum Zeitpunkt des Brandes keine Personen in dem Gebäude aufhielten.
Die Rauchentwicklung war so massiv, dass die Behörden Anwohner über die Nina-Warn-App aufforderten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Mehr als 120 Einsatzkräfte waren vor Ort, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. «Die extreme Hitzeentwicklung und die Größe des Objekts stellten uns vor besondere Herausforderungen», erklärt Einsatzleiter Frank Müller. Die Löscharbeiten dauerten bis in den frühen Morgen an.
In der betroffenen Halle waren mehrere Handwerksbetriebe untergebracht, darunter eine Tischlerei und ein Kfz-Service. Für viele Inhaber bedeutet der Brand einen Totalverlust ihrer Existenzgrundlage. «Wir standen heute Morgen vor dem Nichts», sagte Tischlermeister Michael Brandt, dessen Werkstatt komplett ausbrannte. «Fünfzehn Jahre Aufbauarbeit sind einfach weg.»
Als ich am Morgen am Brandort eintraf, erinnerte mich die Szenerie an ähnliche Großbrände, die ich in meiner Hamburger Zeit begleitet hatte. Der beißende Geruch von verbranntem Kunststoff hing noch in der Luft, während erschöpfte Feuerwehrleute die letzten Glutnester bekämpften.
Die Brandursache ist noch völlig unklar. Brandermittler können das Gebäude erst betreten, wenn die Statik geprüft wurde. Für die betroffenen Handwerker hat die Handelskammer Hamburg bereits Unterstützung angekündigt. Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell jahrelange Aufbauarbeit durch Feuer vernichtet werden kann – und wie wichtig vorsorgende Brandschutzmaßnahmen in Gewerbegebieten sind.