In Zeiten, in denen Spektakel oft über Substanz gestellt wird, lieferte der BVB am Samstag eine Lektion in Sachen Pragmatismus. Mit einem knappen 1:0 gegen Werder Bremen sicherte sich die Borussia drei wichtige Punkte – ohne dabei die Zuschauer im Signal Iduna Park mit fußballerischen Leckerbissen zu verwöhnen. Dortmunds Trainer Edin Terzić hatte nach dem Champions-League-Auftritt in Madrid deutlich rotiert, was sich im Spielfluss bemerkbar machte.
Julian Brandt war es, der in der 67. Minute das goldene Tor erzielte und damit den Unterschied machte. Nach einer Flanke von Karim Adeyemi stand er richtig und schob überlegt ein. «Manchmal muss man solche Spiele einfach gewinnen, ohne zu glänzen», erklärte der Matchwinner nach dem Spiel. «Die englischen Wochen zehren an den Kräften, da geht es vor allem um Effizienz.»
Die Bremer zeigten sich durchaus ebenbürtig und hatten durch Felix Agu und Marvin Ducksch gute Gelegenheiten, die jedoch ungenutzt blieben. Werder-Coach Ole Werner haderte nach dem Spiel: «Wir haben heute auf Augenhöhe agiert. Mit etwas mehr Präzision im letzten Drittel wäre hier definitiv etwas möglich gewesen.»
Besonders auffällig war die defensive Stabilität der Dortmunder, die nach wackeligen Auftritten in den Vorwochen endlich wieder eine Partie ohne Gegentor absolvierten. Nico Schlotterbeck dirigierte die Abwehr souverän und unterstrich seine Ambitionen für die anstehenden Länderspiele. «Wir haben heute nicht gezaubert, aber gekämpft und uns belohnt», fasste Terzić die Partie treffend zusammen.
Die Schwarzgelben bleiben durch den Arbeitssieg an den Champions-League-Plätzen dran, während Bremen weiter im Mittelfeld der Tabelle feststeckt. In Dortmund richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Aufgaben – mit der Erkenntnis, dass auch ein glanzloser Dreier am Ende in der Tabelle gleich viel zählt wie ein spektakulärer Sieg. Manchmal ist Fußball eben doch ein einfaches Spiel.