Das plötzliche Tauwetter hat gestern die Hamburger Verkehrsinfrastruktur auf eine harte Probe gestellt. Im Elbtunnel mussten drei von vier Spuren in Richtung Süden gesperrt werden, nachdem schmelzendes Eis in die Tunnelröhren eingedrungen war. Etwa 120.000 Fahrzeuge passieren täglich diese wichtige Nord-Süd-Verbindung der A7.
«Das Wasser kam quasi von allen Seiten», berichtet Andreas Rieckhof von der Verkehrsbehörde. Die Kombination aus Schneeschmelze und Regenfällen habe die Entwässerungsanlagen an ihre Grenzen gebracht. Techniker arbeiteten unter Hochdruck daran, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wiederherzustellen.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar. Auf der A7 bildeten sich Staus von bis zu zwölf Kilometern Länge. Auch im Stadtgebiet staute sich der Verkehr, da viele Autofahrer versuchten, auf alternative Routen auszuweichen.
Als ich gegen Mittag die Köhlbrandbrücke passierte, konnte ich selbst beobachten, wie der Ausweichverkehr auch diese Route an ihre Kapazitätsgrenze brachte. Besonders Pendler aus dem Hamburger Süden und Niedersachsen waren betroffen.
«Wir empfehlen dringend, wenn möglich, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden», so ein Sprecher der Polizei Hamburg. Der HVV reagierte mit zusätzlichen S-Bahn-Verbindungen.
Die Autobahnmeisterei rechnet damit, dass die Reparatur- und Sicherungsmaßnahmen noch bis morgen andauern werden. Experten warnen, dass solche Extremsituationen mit dem Klimawandel häufiger auftreten könnten. Der Hamburger Elbtunnel, vor über 45 Jahren eröffnet, steht beispielhaft für die Herausforderungen unserer alternden Verkehrsinfrastruktur.
Was bleibt, ist die Frage: Sind unsere Verkehrswege den zunehmenden Wetterextremen gewachsen?