Die Anzahl der ehrenamtlich Engagierten in Dresden sinkt besorgniserregend. Nur noch jeder vierte Dresdner engagiert sich freiwillig – vor wenigen Jahren war es fast jeder Dritte. Die Agentur «ehrensache.jetzt» will diesen Trend umkehren und vermittelt Interessierte an über 300 Organisationen in der sächsischen Landeshauptstadt. Besonders in sozialen Bereichen fehlen helfende Hände.
«Menschen wollen helfen, wissen aber oft nicht wie und wo», erklärt Grit Herrmann, Leiterin der Ehrenamtsagentur. Seit 12 Jahren berät sie Dresdner, die sich engagieren möchten. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Von Hausaufgabenbetreuung über Besuchsdienste bis hin zu Naturschutzaktivitäten.
Bei einem persönlichen Gespräch wird geklärt, was zu Interessen und Zeitbudget passt. «Es geht darum, die eigenen Stärken einzubringen», betont Herrmann. Das kann auch für junge Menschen ein Karrieresprungbrett sein. Der 19-jährige Lukas fand über die Agentur eine Stelle als Mentor für Grundschüler: «Ich wollte etwas Sinnvolles machen – und nebenbei habe ich sogar meinen Berufswunsch gefunden.»
Während meiner Recherchen in Dresden begegnete mir immer wieder eine typisch sächsische Bescheidenheit: Viele engagieren sich, sprechen aber kaum darüber. «Die stille Helferkultur gehört zu unserer Mentalität», schmunzelt Herrmann.
Der gesellschaftliche Wert dieses Engagements ist unschätzbar. Nach Berechnungen der Stadt entsteht durch Ehrenamt ein Mehrwert von jährlich 30 Millionen Euro für Dresden. Wer mitmachen will, kann einfach bei «ehrensache.jetzt» vorbeischauen. Ohne diese freiwilligen Helfer wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer – in jeder Hinsicht.