Die Heimat der SG Dynamo Dresden erhält eine grüne Frischzellenkur. Im Rudolf-Harbig-Stadion wird seit Montag ein neuer Rasen verlegt, nachdem der alte Platz den Belastungen der Hinrunde nicht mehr standhielt. Bei einem Besuch am Mittwoch bot sich ein beeindruckendes Bild: Große Teile des Spielfelds sind bereits mit frischen Rasenbahnen bedeckt, während Arbeiter mit schweren Maschinen präzise vorgehen.
«Der alte Rasen hat die Strapazen der letzten Monate nicht mehr verkraftet», erklärt Jörg Kramer, Leiter der Stadionverwaltung. «Nach 22 Spielen und dem anhaltenden Regen der letzten Wochen gab es keine Alternative mehr.» Besonders in den Strafräumen und der Mittellinie zeigten sich massive Schäden.
Die Rasenerneuerung ist ein logistischer Kraftakt. Insgesamt werden 8.250 Quadratmeter Rollrasen aus den Niederlanden verlegt – jede Bahn ist 2,40 Meter breit und 15 Meter lang. Die Kosten belaufen sich auf rund 200.000 Euro, die vom Stadionbetreiber übernommen werden.
Einige Dynamo-Fans beobachten die Arbeiten mit kritischem Blick. «Das wurde auch Zeit», meint Steffen aus Cossebaude, der eigens zum Stadion gekommen ist. «Auf dem alten Acker konnte man ja kaum noch vernünftigen Fußball spielen.»
In meinen 20 Jahren Sportberichterstattung habe ich selten eine Spielfläche gesehen, die derart unter Dauerregen und intensiver Nutzung gelitten hat. Bei meinem letzten Stadionbesuch im November standen die Wasserpfützen zentimeterhoch.
Bis zum ersten Heimspiel der Rückrunde am 26. Januar gegen den TSV 1860 München soll das neue Grün perfekt bespielbar sein. Die Rasenheizung bleibt in den kommenden Tagen aktiviert, um das Anwachsen zu beschleunigen. Für die Dresdner Fans und Spieler ein wichtiges Signal: Die Mannschaft soll auf dem frischen Untergrund zurück in die Erfolgsspur finden. Die Frage bleibt: Wird der neue Rasen auch neue Siege bringen?