In der Nacht zum Mittwoch fielen in Dortmund-Eving Schüsse. Ein 31-jähriger Mann erlitt dabei schwere Verletzungen und musste notoperiert werden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 2 Uhr morgens in der Straße «Am Funkturm», wo Anwohner den Notruf wählten. Der Verletzte schwebt derzeit nicht mehr in Lebensgefahr.
Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet und fahndet nach dem flüchtigen Täter. «Wir gehen von einer gezielten Tat aus», erklärte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert. «Die Hintergründe scheinen im persönlichen Umfeld zu liegen.» Ermittler sicherten am Tatort mehrere Patronenhülsen und befragen nun Zeugen aus dem Wohngebiet.
Solche Schusswaffenvorfälle sind in Dortmund selten. In meinen 20 Jahren als Reporterin habe ich beobachtet, wie sehr sie das Sicherheitsgefühl der Menschen erschüttern. Eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, beschreibt ihre Verunsicherung: «Erst dachte ich, es wären Silvesterböller. Als die Polizei kam, wurde mir klar, dass es ernst ist.»
Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Kriminologen weisen darauf hin, dass Gewalttaten mit Schusswaffen in Deutschland im europäischen Vergleich zwar selten sind, aber jeder Fall die Frage nach illegalen Waffen im Umlauf neu aufwirft. Wie gut sind wir geschützt, wenn selbst in einem ruhigen Wohngebiet plötzlich geschossen wird?