Als ich gestern früh durch St. Pauli radelte, war die Stimmung am Hafen anders als sonst. In Hamburg kam es am Montagnachmittag zu einem tragischen Unfall zwischen einer Hafenbahn und einem HVV-Bus. Eine Person verlor dabei ihr Leben, fünf weitere wurden verletzt. Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 15 Uhr an der Kreuzung Ellerholzstraße/Roßdamm im Stadtteil Steinwerder.
Die Wucht des Aufpralls war enorm. Die Lok erfasste den Linienbus der Linie 256 seitlich und schob ihn mehrere Meter vor sich her. Ein 61-jähriger Fahrgast wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb. «Wir mussten zwei eingeklemmte Personen mit schwerem Gerät aus dem Bus befreien», berichtet Einsatzleiter Torsten Wessely von der Feuerwehr Hamburg.
Nach meinen Recherchen vor Ort deutet vieles auf ein technisches Versagen der Signalanlage hin. Eine Hafenarbeiterin, die anonym bleiben möchte, erzählte mir: «Die Schranke ging nicht runter, obwohl die Lok kam. Das passiert hier öfter.» Die Polizei hat jedoch noch keine offizielle Unfallursache bestätigt.
Die Hafenbahn, die Container und Güter zwischen den Terminals transportiert, kreuzt an dieser Stelle regelmäßig die Buslinie. In den vergangenen Jahren gab es bereits zwei Beinahe-Unfälle an derselben Kreuzung.
Für die Hamburger Verkehrsbetriebe ist dies ein schwarzer Tag. «Jeder Unfall ist einer zu viel», sagt HVV-Sprecher Christoph Kreienbaum. «Wir überprüfen nun gemeinsam mit der Hafenbahn die Sicherungsanlagen an allen kritischen Kreuzungspunkten.»
Die Frage, die uns alle beschäftigt: Wie kann so etwas in einer Stadt wie Hamburg passieren, die für ihre Verkehrssicherheit bekannt ist? Vielleicht braucht es mehr als technische Lösungen – nämlich ein grundsätzliches Umdenken bei der Verkehrsplanung im Hafengebiet.