Der Frühling kommt, doch auf Hamburgs Straßen lauern Gefahren: Nach dem harten Winter sind vielerorts tiefe Schlaglöcher entstanden. Der ADAC hat gestern eine dringende Warnung für Autofahrer, Motorradfahrer und Radfahrer herausgegeben. Allein in Hamburg wurden über 1.200 neue Straßenschäden gemeldet – dreimal mehr als im Vorjahreszeitraum.
«Die Situation ist ernst», erklärt Christoph Tietze vom ADAC Hansa. «Durch den Wechsel zwischen Frost und Tauwetter ist der Asphalt besonders anfällig für Rissbildung. Wasser dringt ein, gefriert und sprengt die Straßendecke auf.»
Besonders betroffen sind ältere Straßen in den Stadtteilen Wandsbek und Harburg. Als ich gestern mit dem Fahrrad durch Barmbek fuhr, musste ich mehrfach gefährlichen Schlaglöchern ausweichen – einige tief genug, um einen Radfahrer zu Fall zu bringen.
Die Stadtwerke Hamburg arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der gefährlichsten Schäden. «Wir priorisieren nach Gefahrenlage», erklärt Bausenatorin Karen Meier. «Hauptverkehrsadern werden zuerst repariert.» Dennoch könne die vollständige Instandsetzung mehrere Monate dauern.
Verkehrsexperten raten zu erhöhter Aufmerksamkeit und angepasster Geschwindigkeit. «Ein Schlagloch kann nicht nur den Reifen zerstören, sondern bei Motorradfahrern lebensbedrohliche Stürze verursachen», warnt Tietze. Bei Schäden am Fahrzeug durch mangelhafte Straßen können Autofahrer übrigens die jeweilige Kommune haftbar machen – sofern Beweise wie Fotos vorliegen.
Was mich nachdenklich stimmt: Während die Politik über Verkehrswende diskutiert, sind unsere bestehenden Straßen in beklagenswertem Zustand. Vielleicht braucht es weniger Visionen und mehr Asphalt.