Die Polizei barg gestern Abend eine männliche Leiche aus der Elbe in Hamburg-Othmarschen. Passanten entdeckten den leblosen Körper gegen 19:30 Uhr nahe der Elbchaussee und alarmierten sofort die Behörden. Die Identität des Verstorbenen ist noch ungeklärt. Erste Untersuchungen deuten auf einen etwa 40 bis 50 Jahre alten Mann hin, der möglicherweise mehrere Tage im Wasser trieb.
Beamte der Wasserschutzpolizei und ein Notarzt konnten vor Ort nur noch den Tod feststellen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen. «Wir können derzeit weder ein Unglück noch ein Fremdverschulden ausschließen«, erklärte Polizeisprecherin Anke Müller gegenüber der Presse. Die Obduktion soll in den nächsten 48 Stunden erfolgen.
In den vergangenen drei Jahren wurden im Hamburger Hafenbereich durchschnittlich acht Leichen pro Jahr geborgen. Meist handelte es sich um Unfälle, in einigen Fällen um Suizide. Beruflich bin ich in meiner Laufbahn schon mehrfach bei solchen Einsätzen dabei gewesen – die Professionalität der Rettungskräfte beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.
Anwohner der nahen Elbvororte zeigten sich betroffen. «Man vergisst manchmal, wie gefährlich unser schöner Fluss sein kann«, sagte eine Anwohnerin, die den Polizeieinsatz beobachtete. Die Polizei bittet Personen, die Hinweise zum Verstorbenen geben können, sich beim Polizeikommissariat 26 zu melden.
Während die Ermittlungen laufen, erinnert der tragische Fund an die Schattenseiten unserer Hafenstadt. Die Elbe – Hamburgs Lebensader und manchmal auch ihr dunkles Geheimnis.