In Frankfurt herrscht Aufbruchstimmung: Die Mainmetropole trägt ab 2026 den Titel «World Design Capital». Eine Auszeichnung, die bisher nur wenige Städte wie Helsinki, Kapstadt oder Lille erhalten haben. Nach intensiven Vorbereitungen setzte sich Frankfurt gegen internationale Konkurrenz durch. Die Entscheidung fiel am Wochenende bei einer Konferenz in Singapur – ein Erfolg, der laut Oberbürgermeister Mike Josef «Frankfurt ins internationale Rampenlicht rückt».
Doch was bedeutet dieser Titel konkret? Die Stadt will das Jahr nutzen, um neue Lösungen für urbane Herausforderungen zu entwickeln. Besonders im Fokus: bezahlbares Wohnen, klimafreundliche Mobilität und soziale Gerechtigkeit. «Design ist nicht nur Ästhetik, sondern Problemlösung», erklärt Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst und treibende Kraft hinter der Bewerbung.
Die Erwartungen sind hoch. Mit rund 1.500 geplanten Veranstaltungen soll die Stadt ein Jahr lang zum Labor für zukunftsfähige Stadtgestaltung werden. Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst betont: «Wir erwarten einen Schub für die lokale Kreativwirtschaft und neue Impulse für den Tourismus.»
Als ich letzte Woche durch die Frankfurter Innenstadt ging, wurde mir klar: Die Stadt hat ihre Ecken und Kanten, aber auch enormes Potenzial. Besonders die Kontraste zwischen Hochhäusern und historischen Vierteln könnten kreativ genutzt werden.
Der Erfolg der Initiative wird nicht an glamourösen Events gemessen werden, sondern an nachhaltigen Veränderungen. «Das Entscheidende ist, was bleibt», meint Wagner K. Für die Frankfurterinnen und Frankfurter geht es jetzt darum, sich aktiv einzubringen und mitzugestalten, damit aus dem prestigeträchtigen Titel mehr wird als nur ein vorübergehender Glanz.