In Düsseldorf sind gestern rund 4.000 Menschen für einen freien Iran auf die Straße gegangen. «Frau, Leben, Freiheit» und «Nieder mit der Islamischen Republik» hallte es durch die Innenstadt. Die Demonstration zog vom Johannes-Rau-Platz bis zum Landtag und gehört zu den größten Iran-Protesten in Deutschland in diesem Jahr.
Anlass der Großkundgebung war der bevorstehende zweite Jahrestag des Todes von Jina Mahsa Amini, die am 16. September 2022 in Teheran nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei starb. Ihr Tod löste die größte Protestbewegung im Iran seit der Revolution 1979 aus. «Jede neue Hinrichtung im Iran verstärkt unsere Entschlossenheit», sagt Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime, die die Demonstration mitorganisierte.
Die Teilnehmenden trugen Bilder von Hingerichteten und im Gefängnis sitzenden Oppositionellen. Bemerkenswert war die Vielfalt der Demonstrierenden: Jung und Alt, Familien mit Kindern, Menschen verschiedenster Herkunft vereint in ihrem Protest gegen das iranische Regime.
Als ich durch die Menge ging, traf ich Amir aus Köln, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt. «Wir dürfen nicht schweigen, während im Iran Menschen für ihre Grundrechte sterben», erzählt er mit Tränen in den Augen. Die Stimmung war trotz des ernsten Anlasses energiegeladen.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat derweil angekündigt, Studierenden aus dem Iran weiterhin besondere Unterstützung zu gewähren. Der Deutsche Bundestag hatte erst kürzlich neue Sanktionen gegen das iranische Regime gefordert.
Während die Demonstration friedlich verlief, bleibt die Frage: Wie viel Wirkung haben solche Solidaritätsbekundungen tatsächlich? Für die iranische Diaspora in Düsseldorf und Umgebung sind sie zumindest ein wichtiges Signal: Ihr Kampf wird gesehen.