In Dresden sorgt eine aktuelle Kriminalstatistik für positive Schlagzeilen. Die Jugendkriminalität in der sächsischen Landeshauptstadt ist im Jahr 2025 um beachtliche 17 Prozent zurückgegangen. Erstmals seit einem Jahrzehnt wurden weniger als 2.000 Straftaten von Minderjährigen registriert. Dies gab Polizeipräsidentin Katja Weber gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz bekannt.
«Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Präventionsarbeit», erklärt Weber. Besonders der Rückgang bei Diebstählen und Körperverletzungen sei signifikant. Die Zahlen sind umso bemerkenswerter, da bundesweit ein leichter Anstieg der Jugenddelikte verzeichnet wurde.
Als ich vor drei Jahren über die «Dresdner Initiative für Jugendprävention» berichtete, war die Skepsis noch groß. Heute zeigt sich: Das Konzept der aufsuchenden Sozialarbeit in Problemvierteln wie Gorbitz und Prohlis trägt Früchte. «Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie sind, und bieten ihnen Alternativen», sagt Sozialarbeiter Markus Lehmann, der seit 15 Jahren mit Jugendlichen arbeitet.
Auch die verstärkte Kooperation zwischen Schulen, Jugendzentren und Polizei hat zur positiven Entwicklung beigetragen. Die Stadt hat ihre Ausgaben für Jugendarbeit um 12 Prozent erhöht – eine Investition, die sich offenbar auszahlt.
Der Erfolg hat jedoch auch Schattenseiten: Die Onlinekriminalität unter Jugendlichen ist leicht angestiegen. «Die virtuellen Räume müssen wir stärker im Blick behalten», mahnt Weber. Ob der positive Trend anhält, bleibt abzuwarten. Was aber bleibt: Prävention wirkt, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Eine Erkenntnis, die nicht nur für Dresden relevant sein dürfte.