Die Kaffeetasse ist leer, doch was passiert mit dem Kaffeesatz? In Düsseldorf haben Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums darauf eine kreative Antwort gefunden. Seit Anfang des Jahres sammeln sie Kaffeesatz aus lokalen Cafés und verwandeln ihn in nachhaltige Seife. Die Initiative «KaffeeCycle» hat bereits über 200 Kilogramm Kaffeesatz vor der Mülltonne bewahrt.
«Wir wollten etwas gegen die Wegwerfkultur tun, das gleichzeitig praktisch ist», erklärt Emma Schmidt (17), eine der Initiatorinnen des Projekts. Die Idee entstand im Chemieunterricht, als die Klasse über Recyclingmöglichkeiten für Alltagsabfälle diskutierte. Kaffeesatz enthält natürliche Öle und wirkt als sanftes Peeling – ideal für Seife.
Was als Schulprojekt begann, hat mittlerweile beachtliche Dimensionen angenommen. Zehn Cafés in Düsseldorf-Stockum und der Innenstadt stellen ihren Kaffeesatz zur Verfügung. Zweimal pro Woche fahren die Jugendlichen mit dem Fahrrad die Sammelpunkte ab.
Lehrer Thomas Weber begleitet das Projekt: «Die Schüler lernen nicht nur chemische Prozesse, sondern auch unternehmerisches Denken und Verantwortung für die Umwelt.«
Ich habe die Jugendlichen beim Einsammeln begleitet. Was mich beeindruckt: die Selbstverständlichkeit, mit der sie Nachhaltigkeit in ihren Alltag integrieren. Als ich in ihrem Alter war, stand Umweltschutz noch nicht so im Fokus unserer Generation.
In der Schulküche entsteht aus dem Kaffeesatz, gemischt mit Kokosöl, Natronlauge und ätherischen Ölen, eine feste Seife. Jedes Stück spart etwa 100 Gramm CO2 ein, verglichen mit industriell hergestellten Produkten.
Die handgemachten Seifen verkaufen die Schüler auf dem Düsseldorfer Wochenmarkt und in teilnehmenden Cafés. Der Erlös fließt in weitere Umweltprojekte der Schule.
Was als lokale Initiative begann, könnte bald Schule machen. Andere Gymnasien haben bereits Interesse angemeldet. «Unser Traum wäre ein stadtweites Netzwerk«, sagt Emma. Ein kleiner Schritt für die Umwelt, der zeigt: Auch aus vermeintlichen Abfällen lässt sich noch etwas Wertvolles schaffen.