Der Burgholzhof in Stuttgart-Bad Cannstatt entwickelt sich zum Verkehrsbrennpunkt. Anwohner berichten von chaotischen Zuständen, besonders während der Stoßzeiten: Zugeparkte Geh- und Radwege, blockierte Rettungswege und gefährliche Situationen für Schulkinder. Allein in der kleinen Siedlung gibt es rund 1.000 Wohneinheiten, und täglich müssen Hunderte Menschen zur Arbeit und Kinder zur Schule.
«Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier etwas Schlimmes passiert», warnt Martin Weber vom Bürgerverein. Seit Monaten kämpft er mit anderen Anwohnern für Verkehrsberuhigung. Die Probleme haben sich zugespitzt, nachdem die Robert Bosch Krankenhaus GmbH (RBK) ein neues Parkhaus eröffnete. Dieses sollte eigentlich Entlastung bringen, doch viele Mitarbeiter parken weiterhin lieber kostenlos in der Siedlung.
Das RBK weist die Vorwürfe zurück. «Wir haben mit dem neuen Parkhaus erheblich in die Entlastung investiert», erklärt Sprecherin Uta Kunze. Tatsächlich beobachte ich bei meinem Ortsbesuch, wie sich Krankenhausmitarbeiter in blauen Kitteln zwischen den Wohnhäusern auf Parkplatzsuche begeben. Ein Anblick, der mir aus meiner Zeit als Lokalreporterin in Baden-Württemberg vertraut ist.
Die Stadt hat nun reagiert und will ein Verkehrskonzept erarbeiten. Bewohner fordern kurzfristig Anwohnerparken und konsequente Kontrollen. «Wir brauchen keine weiteren Studien, sondern endlich Taten», sagt Weber. Die Frage bleibt: Wie lange müssen die Burgholzhof-Bewohner noch auf spürbare Verbesserungen warten? In Stuttgart, wo Verkehrsprobleme zum Alltag gehören, könnte dieser kleine Stadtteil zum Testfall für kreative Lösungen werden.