Article – Die Exporte deutscher Unternehmen in die USA sind im April drastisch eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Ausfuhren um beachtliche 13,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt gestern mitteilte. Mit einem Exportvolumen von 12,1 Milliarden Euro bleibt Amerika zwar unser wichtigster Handelspartner außerhalb Europas, doch der Abwärtstrend bereitet der Wirtschaft zunehmend Sorgen.
Besonders betroffen sind Automobil- und Maschinenbau – traditionelle Stärken der deutschen Industrie. «Wir spüren einen doppelten Gegenwind», erklärt Dr. Claudia Schneider vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. «Einerseits die schwächelnde US-Konjunktur, andererseits verschärfte Handelshürden.» In Düsseldorf höre ich von mittelständischen Zulieferern immer häufiger, dass Aufträge storniert oder verschoben werden.
Der diplomatische Konflikt um Grönland verschärft die Situation zusätzlich. Nachdem die Bundesregierung Bergbaulizenzen für deutsche Unternehmen in der rohstoffreichen Region ausgehandelt hatte, reagierte Washington mit neuen Kontrollen für Technologieexporte. «Die Grönland-Frage hat das ohnehin angespannte Verhältnis auf eine neue Stufe gehoben», bestätigt Außenhandelsexperte Professor Martin Weiß.
Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter zu, die mittlerweile auch im Premiumsegment Fuß fassen. Bei meinen Recherchen in Frankfurt stelle ich fest, dass viele Unternehmen ihre USA-Strategie überdenken. Einige erwägen sogar Produktionsverlagerungen direkt in den US-Markt.
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland könnte der anhaltende Exportrückgang ernste Folgen haben. Experten rechnen mit weiteren Einbußen im zweiten Halbjahr. Die entscheidende Frage wird sein, ob die politischen Spannungen vor der US-Wahl noch zunehmen – oder ob die Vernunft siegt und beide Seiten wieder aufeinander zugehen.
Mehr Informationen zu den Exportzahlen beim Statistischen Bundesamt.