Deutschland blickt nach oben: Nach dem spektakulären Polarlicht-Schauspiel vom vergangenen Wochenende könnte sich das Naturphänomen in den nächsten Nächten wiederholen. Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) rechnen mit weiteren Sonneneruptionen, die bis nach Mitteleuropa sichtbar werden könnten. In München standen Hunderte Menschen bis tief in die Nacht auf Hügeln und in Parks, um das seltene Farbenspiel zu beobachten.
Wer in München die besten Chancen auf einen Blick auf die Polarlichter haben will, sollte die Stadtgrenzen hinter sich lassen. «Lichtverschmutzung ist der größte Feind der Himmelsbeobachtung», erklärt Astronomin Dr. Petra Maier vom Bayerischen Planetarium. Besonders geeignet sind erhöhte Positionen wie der Olympiaberg oder die Hügel am Stadtrand in Fröttmaning.
Als ich vergangenes Wochenende am Luitpoldhügel stand, konnte ich die grün-violetten Lichtschleier nur schwach erkennen. Erst die Smartphone-Kamera machte das volle Spektakel sichtbar. Ein Phänomen, das viele Münchner beobachtet haben.
Der Isarauen-Radweg nördlich von München bietet mit seiner relativen Dunkelheit ebenfalls gute Bedingungen. «Die Chance, Polarlichter zu sehen, steigt mit jedem Kilometer, den man sich von der Stadt entfernt», betont Werner Kräling, Vorsitzender der Münchner Astronomiefreunde.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die aktuelle Sonnenaktivität besonders stark ist. «Wir befinden uns im Maximum des Sonnenzyklus, einer elfjährigen Periode», erläutert Professor Michael Hauck von der Ludwig-Maximilians-Universität.
Die besten Chancen bestehen bei klarem Himmel zwischen 22 und 2 Uhr. Apps wie «Aurora Alert» können bei der Vorhersage helfen. Wer das Naturschauspiel erleben möchte, sollte die nächsten Nächte nutzen – ein warmer Pullover und Geduld gehören zur Grundausstattung. Denn wie ein altbayerisches Sprichwort sagt: «Die schönsten Himmelslichter zeigen sich nur dem, der lange genug nach oben schaut.»