Article – Der Prozess um die aufsehenerregende Entführung von Steakhaus-Erbin Christina Block (51) nimmt dramatische Wendungen. Im Hamburger Landgericht erhob der Hauptangeklagte Kristofer K. (33) gestern schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsfrau. «Frau Block sagt leider nicht die Wahrheit», erklärte der mutmaßliche Drahtzieher der Silvester-Entführung vor Gericht.
Nach monatelangem Schweigen brach K. sein Stillschweigen und gab an, Block habe ihn beauftragt, ihre Kinder aus Dänemark zurück nach Deutschland zu bringen. Er habe lediglich als «Mittelsmann» fungiert und dafür 60.000 Euro Honorar plus Spesen erhalten. Die Unternehmerin hatte zuvor jede Beteiligung an der Aktion bestritten.
«Ich wurde nur engagiert, um bei der Rückführung zu helfen», sagte K., der als erfahrener Security-Mann arbeitet. Frau Block habe ihm versichert, dass sie das Sorgerecht für ihre Kinder besitze. Die dramatischen Ereignisse der Silvesternacht, bei denen Blocks Ex-Mann in Dänemark überfallen und verletzt wurde, beschäftigen seit Monaten die Öffentlichkeit.
In Hamburg habe ich ähnliche Familienkonflikte verfolgt, aber selten einen mit solcher Brisanz. Die Entführung der Block-Kinder wirft ein Schlaglicht auf erbittert geführte Sorgerechtsstreitigkeiten zwischen Deutschland und den Nachbarländern.
Kristofers Anwalt forderte, das Verfahren wegen Verfahrensfehlern einzustellen. Die Staatsanwaltschaft wirft seinem Mandanten und vier weiteren Angeklagten schwere Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vor. Die Kinder befinden sich inzwischen wieder beim Vater in Dänemark.
Der Fall zeigt, wie schnell Familiendramen zu strafrechtlichen Konsequenzen führen können. Während der Prozess weiterläuft, bleibt die zentrale Frage: Wer sagte die Wahrheit über die Geschehnisse jener Nacht? Die Antwort könnte für alle Beteiligten weitreichende Folgen haben.