In Sachsen müssen gleich zwei Flughäfen um ihre Zukunft bangen. Die Landesregierung hat angekündigt, die finanzielle Förderung für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden ab dem Jahr 2030 einzustellen. Bis dahin erhalten beide Flughäfen zusammen noch jährlich rund 4,2 Millionen Euro an Unterstützung. Die Nachricht trifft vor allem viele Beschäftigte und Geschäftsreisende, die auf die Verkehrsanbindung angewiesen sind.
«Wir können nicht dauerhaft Flughäfen subventionieren», erklärte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) gegenüber dem MDR. Die Entscheidung sei Teil einer notwendigen Strukturreform. Die Corona-Krise hat die ohnehin angespannte Lage der Flughäfen zusätzlich verschärft – in Dresden sank die Passagierzahl von einst 1,7 Millionen auf nur noch etwa 800.000 pro Jahr.
Besonders für den wirtschaftlich wichtigen Standort Leipzig/Halle könnte die Entscheidung weitreichende Folgen haben. Als DHL-Drehkreuz ist er Europas viertgrößter Frachtflughafen und beschäftigt über 10.000 Menschen. Ich habe erst letzten Monat mit Arbeitern vor Ort gesprochen, die bereits jetzt verunsichert sind. «Keiner weiß, ob es weitergeht», sagte mir ein Frachtabfertiger, der seit 15 Jahren am Flughafen arbeitet.
Der Flughafenverband ADV warnt vor einem «Kahlschlag der deutschen Flughafenlandschaft». Gleichzeitig argumentieren Umweltverbände, dass Sachsens Entscheidung klimapolitisch sinnvoll sei. Die Flughafenbetreiber müssen nun dringend neue Geschäftsmodelle entwickeln, um wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen.
Während andere Bundesländer wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen weiterhin ihre Regionalflughäfen fördern, könnte Sachsens Vorgehen bundesweit Schule machen. Die Frage bleibt: Was wiegt schwerer – der Klimaschutz oder die wirtschaftliche Bedeutung direkter Flugverbindungen für strukturschwächere Regionen?