In einer koordinierten Aktion durchsuchten Ermittler gestern neun Wohnungen im Raum Köln. Im Visier: Eine Bande, die als falsche Bankmitarbeiter mehr als drei Millionen Euro erbeutet haben soll. Drei Hauptverdächtige – zwei Männer (31 und 33 Jahre) und eine Frau (31) – wurden festgenommen. Die Masche der Täter war besonders perfide: Mit manipulierten Telefonnummern riefen sie bei älteren Menschen an.
«Sie gaben sich als Mitarbeiter bekannter Banken aus und erschlichen sich so das Vertrauen ihrer Opfer», erklärt Oberstaatsanwältin Stephanie Weiler. Die Betrüger überzeugten ihre Opfer, dass deren Konten gefährdet seien und entlockten ihnen Zugangsdaten oder holten sogar EC-Karten und PINs direkt an der Haustür ab.
Der Fall erinnert mich an eine Recherche, die ich vor zwei Jahren in Baden-Württemberg durchgeführt habe. Damals sagte mir ein Betrugsopfer: «Ich dachte wirklich, meine Bank ruft an – die Nummer auf meinem Display war identisch mit der Hotline meiner Sparkasse.»
Besonders erschreckend ist die systematische Vorgehensweise. Die Bande nutzte detaillierte Datenbanken mit Informationen über potenzielle Opfer. «Das waren keine Zufallsanrufe», betont Kriminalhauptkommissar Markus Keller. «Die Täter wussten genau, bei wem sie anrufen und wie sie überzeugend wirken.»
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher – darunter Computer, Handys und schriftliche Unterlagen. Die Zahl der geschädigten Personen geht in die Hunderte, viele von ihnen haben ihre Ersparnisse verloren.
Die Polizei rät dringend: Niemals Bankdaten am Telefon preisgeben oder EC-Karten an der Haustür übergeben. Banken fragen nie telefonisch nach PINs oder Passwörtern. Im Zweifel immer auflegen und selbst bei der Bank anrufen – aber niemals über eine Rückruffunktion oder Nummer aus dem Display.