Die Hauptstadt bleibt im Eisgriff: Auch in den kommenden Tagen müssen sich die Menschen in Berlin und Brandenburg auf frostige Temperaturen einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für heute Temperaturen zwischen -6 und -3 Grad, mit lokal noch niedrigeren Werten in den Morgenstunden. Diese Kältewelle, die bereits seit einer Woche anhält, fordert besonders vulnerable Gruppen heraus.
Auf den Straßen Berlins sind die Auswirkungen deutlich zu spüren. „Wir haben unsere Notunterkünfte auf 1.200 Plätze aufgestockt», erklärt Sozialsenatorin Katja Kipping. Die Kältehilfe arbeitet im Dauereinsatz, um obdachlose Menschen vor dem Erfrieren zu schützen. In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten eine so anhaltende Kälteperiode in der Region erlebt – besonders beeindruckend ist die Solidarität vieler Berlinerinnen und Berliner, die Kleiderspenden und warme Mahlzeiten organisieren.
Die Berliner Verkehrsbetriebe kämpfen derweil mit vereisten Weichen und Oberleitungen. Pendler müssen sich auf Verspätungen einstellen. Auch die Brandenburger Seen sind inzwischen mit einer Eisschicht bedeckt, die an manchen Stellen bereits 15 Zentimeter dick ist. „Die Eisdecke ist jedoch nicht überall tragfähig», warnt die DLRG. Die Feuerwehr musste bereits dreimal ausrücken, um Menschen vom Eis zu retten.
Meteorologen erwarten eine Fortsetzung des Kälteeinbruchs bis mindestens Ende der Woche. Erst dann könnte eine leichte Erwärmung einsetzen. Diese extreme Wetterperiode wirft Fragen auf: Sind solche Kälteeinbrüche trotz des Klimawandels noch normal? Oder erleben wir gerade das, was Klimaforscher als zunehmende Wetterextreme vorhersagen?