Die Trainersuche bei Eintracht Frankfurt entwickelt sich zum echten Geduldsspiel. Nachdem Dino Toppmöller vor zwei Wochen seinen Hut nehmen musste, tappen die Adlerträger bei der Nachfolgesuche weiterhin im Dunkeln. Markus Krösche scheint sich Zeit zu lassen – und das ist vielleicht gar nicht so verkehrt.
Auf dem digitalen Rummelplatz Twitter/X überschlagen sich derweil die Spekulationen. Mal ist es Oliver Glasner, der angeblich vor einer sensationellen Rückkehr steht, dann wieder Bruno Labbadia oder gar Jürgen Klopp, der nach seinem Liverpool-Abschied eine neue Herausforderung sucht. Die Gerüchteküche brodelt, während die Vereinsführung schweigt.
«In solchen Phasen ist es entscheidend, nicht dem öffentlichen Druck nachzugeben», erklärt Fußballexperte Michael Wagner. «Die Digitalisierung hat die Ungeduld im Fußball verstärkt. Früher konnten Vereine wochenlang in Ruhe sondieren, heute fordern Fans über Social Media stündlich Updates.» Die sofortige Verfügbarkeit von Informationen hat unsere Erwartungshaltung grundlegend verändert.
Interessant ist, dass die SGE trotz des digitalen Zeitalters ihre Karten eng an der Brust hält. Keine Wasserstandsmeldungen, keine voreiligen Ankündigungen. In Zeiten, wo Transfergerüchte oft schneller die Runde machen als die tatsächlichen Deals, wirkt dieses Vorgehen fast anachronistisch – und gleichzeitig erfrischend professionell.
Wer auch immer am Ende das Rennen macht: Die Entscheidung sollte wohlüberlegt sein. Denn was nützt ein schneller Trainer, der nach wenigen Monaten wieder gehen muss? Da nehme ich persönlich lieber etwas länger Ungewissheit in Kauf. Die spannende Frage bleibt: Ist manchmal weniger (Information) tatsächlich mehr? In Frankfurt scheinen sie das zu glauben.