In Düsseldorf-Rath ging der Polizei gestern Abend ein Einbrecher ins Netz, der gerade dabei war, in ein Einfamilienhaus einzusteigen. Ein aufmerksamer Nachbar hatte gegen 21:30 Uhr verdächtige Geräusche und Lichtbewegungen an der Rückseite des Gebäudes in der Münsterstraße bemerkt und sofort den Notruf gewählt. Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an und konnte den 34-jährigen Mann noch im Garten stellen.
Der Täter hatte bereits ein Kellerfenster aufgehebelt und wollte gerade ins Haus eindringen. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten Einbruchswerkzeug, Handschuhe und eine Taschenlampe. «Der schnelle Hinweis des Zeugen und unser rasches Eintreffen haben den Einbruch verhindert«, erklärt Polizeioberkommissarin Martina Schulze.
Der festgenommene Mann ist der Polizei bereits wegen ähnlicher Delikte bekannt. In den vergangenen Wochen hatten sich Einbrüche in Rath und den angrenzenden Stadtteilen gehäuft. Die Ermittler prüfen nun, ob der Festgenommene mit diesen Taten in Verbindung steht.
Als ich vor drei Jahren über eine ähnliche Festnahme in Unterbilk berichtete, traf ich Anwohner, die monatelang mit der Angst lebten, die nächsten Opfer zu sein. Diese Sorgen nehme ich auch heute bei meinen Gesprächen im Viertel wahr. «Nach dem fünften Einbruch in unserer Straße haben wir eine Nachbarschaftsgruppe gegründet«, erzählt Anwohnerin Claudia Müller (52).
Die Düsseldorfer Polizei verzeichnet seit Jahresbeginn 14 Prozent mehr Wohnungseinbrüche als im Vorjahreszeitraum. Für die Bewohner von Rath könnte die gestrige Festnahme nun zumindest vorübergehend für Erleichterung sorgen. Der Verdächtige wurde dem Haftrichter vorgeführt. Bleibt die Frage, ob wir als Gesellschaft genug in Prävention und soziale Maßnahmen investieren, um die Ursachen der steigenden Einbruchszahlen zu bekämpfen.