Die Polizei Berlin bereitet sich auf einen Großeinsatz vor: Am Freitag wird Mehmet K., eine bekannte Größe aus dem arabischstämmigen Clanmilieu, auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg beigesetzt. Hunderte Trauergäste aus ganz Deutschland werden erwartet. Die Beerdigung beginnt um 14 Uhr, zuvor findet ein Trauergebet in der Şehitlik-Moschee in Neukölln statt.
Mehmet K., der im Alter von 73 Jahren nach längerer Krankheit verstarb, galt als Familienoberhaupt eines der einflussreichsten Clans in Berlin. Die Polizei rechnet mit einer großen Trauerkolonne, die sich vom Gebet zum Friedhof bewegen wird. «Wir sind mit ausreichend Kräften im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten», erklärt ein Polizeisprecher auf Anfrage.
Bei ähnlichen Beerdigungen in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch Autokorsos mit Hunderten Fahrzeugen. Anwohner in Neukölln und Schöneberg müssen daher am Freitagnachmittag mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Polizei wird verstärkt Präsenz zeigen – nicht nur wegen möglicher Verkehrsprobleme, sondern auch, weil bei solchen Anlässen rivalisierende Gruppen aufeinandertreffen können.
Als ich vor einigen Jahren eine ähnliche Beerdigung beobachtete, beeindruckte mich die strenge Hierarchie innerhalb der Trauergemeinschaft. Respektbekundungen folgten klaren Regeln, die für Außenstehende kaum sichtbar waren.
«Diese Beerdigungen sind für die Familien wichtige Rituale, bei denen es um Ehre und Respekt geht», erläutert ein Experte für Clan-Kriminalität. «Gleichzeitig sind sie Machtdemonstrationen nach außen.»
Die Beerdigung wird zeigen, wie sich die Machtverhältnisse im Berliner Clanmilieu entwickeln. Wer Mehmet K. als Familienoberhaupt nachfolgt, könnte Einfluss auf künftige Konflikte haben. Für die Sicherheitsbehörden bleibt die Clanwelt eine Herausforderung – weit über diesen Freitag hinaus.