In der Dortmunder Nordstadt hat gestern ein Großeinsatz der Polizei für Aufsehen gesorgt. Gegen 20 Uhr rückte ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zusammen mit zahlreichen Polizeikräften im Bereich der Nordstadt an. Nach ersten Informationen kam es zu mehreren Festnahmen. Die genauen Hintergründe des Einsatzes sind noch unklar, doch Anwohner berichteten von vermummten Beamten und mehreren Mannschaftswagen.
Die Polizei bestätigte den Einsatz am späten Abend, hielt sich mit Details jedoch zurück. «Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir derzeit keine weiteren Informationen geben», erklärte ein Sprecher der Dortmunder Polizei auf Nachfrage. Zeugen vor Ort berichteten von mindestens drei Personen, die in Handschellen abgeführt wurden. Schwerpunkt des Einsatzes war offenbar ein Mehrfamilienhaus in der Nähe der Mallinckrodtstraße.
In den sozialen Medien kursierten schnell Spekulationen über die Hintergründe. Ich habe solche Einsätze in der Nordstadt in meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin häufiger begleitet – meist stecken organisierte Kriminalität oder Drogendelikte dahinter. Die massive Präsenz des SEK deutet auf eine als gefährlich eingestufte Situation hin.
Eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, schilderte mir: «Es ging alles sehr schnell. Plötzlich waren überall Polizisten, das SEK stürmte das Haus. Wir haben uns erschrocken.»
Für die Bewohner der Nordstadt sind solche Einsätze leider keine Seltenheit. Das Viertel kämpft seit Jahren mit sozialen Problemen. Ob der gestrige Einsatz zu einem spürbaren Erfolg führt, bleibt abzuwarten. Die Polizei kündigte für heute weitere Informationen an.